Florian und Simone 16 9

Begabtenförderung am OHG auch in ungewöhnlichen Zeiten

Auch die schulische Begabtenförderung steht derzeit vor großen Herausforderungen. AGs können nur unter erschwerten Bedingungen durchgeführt werden, Wettbewerbe finden nur vereinzelt statt und wie die Schülerakademien in diesem Schuljahr aussehen, steht auch noch in den Sternen. Umso glücklicher ist man am OHG, dass in diesem Schuljahr sogar zwei Lernende ein Förderstipendium des Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart (HLRS) über 800 € erhalten haben. Die Stipendiaten in diesem Schuljahr sind Florian Stupp und Simone Wölfle aus der Jahrgangsstufe 1.

Das HLRS hat es sich dabei zur Aufgabe gemacht, besonders begabte Schüler zu fordern. In diesen Stipendien arbeiten Schüler aktiv in wissenschaftlichen Projekten der Mitarbeiter des HLRS mit und werden von diesen betreut. In der Bewerbungsphase am Anfang des Schuljahres wurden die beiden Stipendiaten durch ihren NwT-Lehrer Daniel Rauser unterstützt. Bereits im dritten Jahr sind nun Schülerinnen oder Schüler in das Programm aufgenommen worden: „Fast schon Tradition“, schmunzelt der Lehrer, aber betont im nächsten Satz sogleich, dass das keine Selbstverständlichkeit ist: „Vielmehr müssen die Interessierten jedes Jahr im Bewerbungsverfahren nachweisen, dass sie außergewöhnliche Leistungen sowohl in der Schule als auch außerschulisch, z. B. bei Jugend forscht-Wettbewerben erbracht haben. Dass wir allerdings gleich zwei Schüler eines Jahrganges vermittelt haben, ist schon auch eine kleine Auszeichnung für die Arbeit, die wir hier in der Schule leisten.“

Bereits in den Herbstferien bekamen Simone und Florian die Zusage vom HLRS sowie eine Einladung für die Auftaktveranstaltung, die Mitte November stattfand. Hier trafen die beiden Schüler ihre Mitstipendiaten sowie die Mitarbeiter des HLRS, die sie künftig bei ihren jeweiligen Projekten betreuen und unterstützen werden. Geplant sind regelmäßige Treffen mit den Gruppenpartnern und den Betreuern, um sich über den aktuellen Stand des Projektes auszutauschen und die bisherigen Ergebnisse zu reflektieren. Grundlegend beruht dieses Stipendium jedoch auf Selbstständigkeit und Eigenverantwortung und hebt sich daher vom normalen Schulalltag ab.

Simone wird sich nun mit gegenwärtigen Ansätzen auseinandersetzen, wie das Problem der Desinformation verstanden und bekämpft werden kann. Aktuelle Desinformationskampagnen, wie sie in den vergangenen Jahren in zahlreiche Gesellschaften erfasst wurden, werden wesentlich durch Informationstechnik ermöglicht. So genannte Imitationen, Finten und Camouflagen können sowohl dafür sorgen, dass eine Personengruppe Überzeugungen annimmt, die unwahr sind, als auch ein generalisiertes Misstrauen in Informationen bewirken. In der Folge steigt das unbegründete Misstrauen in Informationen und Institutionen sowie das ungerechtfertigte Vertrauen in Akteure mit Täuschungsabsichten gleichermaßen. Ziel von Simones Projekt ist die Auseinandersetzung mit den vielschichtigen Auswirkungen der Desinformation und die Erarbeitung von Ansätzen, wie das Problem der Desinformation zumindest in Teilen bekämpft werden kann. Die Aufgabe und die Funktionsweise der gegenwärtige Informationstechnik, die bekannte Formen der Täuschung auf neuartige Weise ermöglicht, soll dabei eingehend untersucht werden. Im Laufe der Projektarbeit wird sich Simone zugleich mit einer konkreten exemplarischen Situation auseinandersetzen, an der die Auswirkungen der Desinformation besonders deutlich dargestellt sowie mögliche Lösungsansätze adaptiert werden können.

Florian wird sich mit der Simulation von Windkraftanlagen auseinandersetzen. Dabei geht es darum Körperkräfte, die entlang der Blätter der Windturbinen wirken zu simulieren. Dadurch können zeitgenau ungleichmäßige Geschwindigkeits- und Lastenverteilungen dargestellt werden. Durch die Simulation ist es möglich verschiedene Fragestellungen zu beantworten, insbesondere die entscheidenden Faktoren für einen maximalen Stromertrag die Länge der Rotorblätter sowie die Verfügbarkeit hoher Windgeschwindigkeiten können genau betrachtet werden. Ziel des Projektes ist es eine Simulation einer Windkraftanlage unter realitätsnahen Bedingungen durchzuführen und dabei verschiedene Simulations- und Visualisierungsprogramme zu verwenden.

Im Februar 2021 ist ein Treffen geplant, an dem alle zehn Stipendiaten teilnehmen werden. Hierdurch besteht die Möglichkeit, einen Einblick in die anderen Themengebiete zu erhalten und sich mit den anderen Stipendiaten auszutauschen. Bei der Abschlussveranstaltung im Juli wird jedes Team in einer Abschluss-Präsentation seine jeweiligen Forschungsergebnisse vorlegen und ein Fazit über die Arbeit im vergangenen Jahr ziehen. So erhalten alle Stipendiaten auch hier noch einmal die Gelegenheit, andere Projekte kennenzulernen und sich mit weiteren Fragestellungen und Forschungsansätzen aus anderen Themengebieten auseinander zu setzen.

Begabtenförderung kann also auch in diesen Zeiten gelingen. Am OHG ist man nun auf eine andere Tradition im Schulleben gespannt – die Jugend forscht-Wettbewerbe und wie diese unter den gegenwärtigen Bedingungen gelingen können.

Florian Stupp (J1) und Simone Wölfle (J1)