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Das Wort „Denkmal“ erinnert an den Imperativ „Denk mal!“ Wenn man schnell spricht, lassen sich „Denkmal“ und „Denk mal!“ ohnehin nicht unterscheiden. Bei Denkmal fällt einem spontan vermutlich etwas Großes, Steinernes, Monumentales ein. Vielleicht die Statue eines Königs oder das Standbild eines Kriegers hoch zu Ross, möglicherweise auch ein Kriegerdenkmal in der Ortsmitte oder auf dem Friedhof. Der Duden definiert Denkmal als eine „zum Gedächtnis an eine Person oder ein Ereignis errichtete, größere plastische Darstellung“.

Am OHG gibt es freilich keine Plastiken der oben beschriebenen Art – Denkmäler hingegen schon. Auch der stolze Neologismus „Abidenkmäler“ hält nicht hinter dem Berg mit der Botschaft, wer geehrt werden soll. Die Abiturienten haben es sich reichlich verdient, sich nach acht, früher neun Jahren am Gymnasium selbst zu ehren und die Nachkommenschaft sowie die zurückgelassenen Lehrer daran zu erinnern, dass sie einmal Teil der OHG-Welt waren. Mit den Denkmälern sind sie immerzu präsent und auf ihre Weise auch nach ihrem Abgang noch immer Bestandteil des OHG. Aber ist das nicht eine maßlose Übertreibung? Wenn die Abiturienten die Schule verlassen haben, sind sie nicht mehr vor Ort, und ihr Andenken schwindet mit der Zeit. Dass das so nicht stimmt, zeigen die hier ausgewählten Fotografien. In den Kontext der „Abidenkmäler“ gesetzt, wird einem als OHGler schnell klar, wie selbstverständlich sie das Interieur unserer Schule prägen und dazugehören. Vielleicht denkt ja der eine oder andere beim nächsten Vorübergehen tatsächlich an die vielen Abschlussjahrgänge in fünfzig Jahren – und daran, unter welch widrigen Bedingungen unsere diesjährigen Abiturienten ihre Prüfungen ablegen müssen.

Lena Werner (9a, Fotos); S. Barth (Text)

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