Laupp

Herzlichen Glückwunsch, Herr Laupp, zu Ihrer Beförderung zum stellvertretenden Schulleiter am OHG. Möchten Sie sich zunächst für alle Schüler, die Sie noch nicht kennen, vorstellen?

D. Laupp: Ja, sehr gerne. Mein Name ist Daniel Laupp, ich komme aus Tübingen, ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Meine Tochter geht in die 7. Klasse und mein Sohn in die 8. Klasse in Tübingen. Ich selbst unterrichte hier am OHG bereits seit dem Jahr 2014 Mathematik, Sport und Informatik. In meiner Freizeit liebe ich es, mit meiner Familie Ski zu fahren oder Joggen zu gehen.

Aus welchen Gründen haben Sie sich für die Stelle als stellvertretender Schulleiter am OHG beworben?

D. Laupp: Mich interessiert das Organisieren und das Planen in vielerlei Hinsicht. Ich denke, dass es mir auch zugutekommt, dass ich mit informatischen Systemen schon viele Erfahrungen sammeln konnte und dass es mir nicht schwerfällt, mich in neue Bereiche einzuarbeiten. Entsprechend hat es mich in diesem Jahr unglaublich gereizt, den Stundeplan für dieses Schuljahr zu entwerfen. Da ich bereits seit einigen Jahren Abteilungsleiter bin, habe ich schon einige Erfahrungen im Bereich der Schulleitung gesammelt und weiß bereits ganz gut über die Abläufe in der Schule Bescheid.

Was sind Ihre Aufgaben als stellvertretender Schulleiter am OHG? Welche Aufgaben bereiten Ihnen dabei besonders viel Freude?

D. Laupp: Insbesondere der Blick in den Schulverwaltungsbereich ist für mich sehr neu. Bisher habe ich mich im Hinblick auf organisatorische Fragen meist mit pädagogischen Schwerpunkten auseinandergesetzt. Jetzt geht es hingegen überwiegend um die Organisation der Schule, der Stundenpläne, der Vertretungspläne etc. Da mir das Organisieren und Planen jedoch viel Freude bereitet und mich auch sehr interessiert, freue ich mich über dieses neue Aufgabenfeld und diesen Einblick.

Welche Herausforderungen kommen mit der neuen Stelle auf Sie zu?Daniel Homepage

D. Laupp: In den kommenden Schuljahren wird es eine große Herausforderung sein, die Folgen der Corona-Pandemie im Hinblick auf das Schulsystem zu erkennen und zu bewältigen. Zum einen stellt sich die Frage, welche Auswirkungen der Fernlernunterricht auf die Schüler hat. Auf der anderen Seite sollten wir dabei aber auch die Chancen der voranschreitenden Digitalisierung nutzen, die durch die Corona-Pandemie stark beschleunigt wurde. Gewisse Zwänge ermöglichten in Teilen auch Chancen und Freiheiten, die wir in Zukunft gezielt einsetzen müssen. Aufgrund der Herausforderungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, haben wir es geschafft, Methoden und Fortschritte hinsichtlich der Digitalisierung zu etablieren, für die wir sonst viel mehr Zeit benötigt hätten.

Sie betonen die Schwierigkeiten und Chancen der Digitalisierung. Welche Entwicklungen sind am OHG konkret geplant, um den Unterricht durch den Einsatz von digitalen Medien zu erweitern? 

D. Laupp: Das Stichwort „Tablets“ ist meiner Meinung nach sehr interessant. Es ist auf jeden Fall ein Ziel von mir, in den nächsten drei bis vier Jahren Tablets an die Schule zu holen. Um hierbei den sozialen Faktor zu eliminieren und eine Chancengleichheit zu garantieren, sollte in naher Zukunft der Zugriff auf ein Tablet für jeden Schüler möglich sein. Das Digitalpaket Schule steht eigentlich noch aus – ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir in einigen Jahren ungefähr 100 Tablets an unserer Schule frei zur Verfügung stellen können. Natürlich geht damit aber auch immer die Frage einher, was disziplinarisch möglich ist, welche Missbrauchsmöglichkeit unterbunden werden müssen und in welchem Rahmen der Einsatz dieser Medien auch für junge Schüler sinnvoll ist. Wenn wir den Schülern Freiheit geben – und die erhalten sie durch die Tablets – geht dabei stets Verantwortung mit einher. Der Unterricht soll schließlich möglichst viele Freiheiten gewähren und abwechslungsreich sowie attraktiv gestaltet werden. Dennoch muss ein Missbrauch der Freiheiten frühzeitig verhindert werden.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrer neuen Stelle und wo sehen Sie Ihre Schwerpunkte? Welches Projekt möchten Sie als erstes umsetzen?

D. Laupp: Wie ich es bereits angesprochen habe, ist es mein Faible mich zu fragen, an welchen Stellen uns der Computer unterstützen kann. Ich möchte den Computer gerne an den Stellen integrieren, an denen er unseren Unterricht bereichern und voranbringen kann. Dabei möchte ich gerade auch wieder die Kollegen mit ins Boot holen, die der Digitalisierung des Unterrichts bislang eher kritisch gegenüberstehen. Ich möchte die Vorteile des digitalen Unterrichts allen Beteiligten aufzeigen, um einen einheitlicheren Fortschritt zu ermöglichen. Selbstverständlich sind die Vorteile des digitalen Unterrichts auch abhängig vom Unterrichtsfach, da nicht jedes Schulfach gleichermaßen dafür geeignet ist, um den Unterricht digital zu gestalten. Doch hier die richtige Balance zu finden, dabei das Kollegium komplett mitzunehmen und Digitalisierung am OHG weiter auszubauen sind Ziele, die ich in den nächsten Jahren neben der Schulverwaltung gerne erreichen möchte.

Bislang haben Sie am OHG als Lehrer für Mathematik, Informatik und Sport gearbeitet. Welche Auswirkungen hat Ihre neue Stelle auf Ihre Tätigkeiten als Lehrer?

D. Laupp: Aufgrund meiner vielfältigen Aufgaben im Hinblick auf die Organisation der Schule werde ich schon einige Stunden weniger unterrichten. Gerade in diesen Zeiten merke ich, dass ein volles Unterrichtspensum gemeinsam mit den organisatorischen Aufgaben, die als stellvertretender Schulleiter anfallen, nicht zu bewältigen ist. Nächstes Jahr werde ich daher voraussichtlich weniger unterrichten und wahrscheinlich keinen Sportunterricht mehr haben. Insbesondere Mathematik möchte ich aber auf jeden Fall weiterhin unterrichten, denn das Unterrichten bereitet mir immer noch viel Freude und letztlich kann ich hier nur ein Zitat eines meiner Dozenten am Seminar wiedergeben: „Das Wichtigste an Schule ist und bleibt der Unterricht!“ Dem kann ich nur zustimmen! Natürlich wird mein Fokus in Zukunft dennoch stark auf dem Organisatorischen liegen.

Werden Sie trotz Ihrer Stelle als stellvertretender Schulleiter weiterhin als IT-Beauftragter am OHG tätig sein?

D. Laupp: Tatsächlich versuche ich mich gerade aufgrund meiner neuen Aufgabenbereiche von dem administrativen IT-Bereich, den ich in den letzten Jahren gemeinsam mit Herrn Staub betreut habe, zu lösen.

Wir haben bereits die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Schulalltag angesprochen. Welche Maßnahmen und Strategien bezüglich der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Unterricht und die Schüler- bzw. Lehrerschaft plant die Schulleitung für das nächste Schuljahr?

D. Laupp: Wir sind natürlich abhängig von den uns zur Verfügung gestellten Ressourcen. Bekommen wir im nächsten Schuljahr vielleicht zusätzliche Stunden, die wir einsetzen dürfen, dass Kollegen einige aufkommende Schwierigkeiten bei den Schülern erforschen und Probleme bewältigen können? In den letzten Monaten wurde aber leider immer wieder deutlich, dass man Entscheidungen sehr kurzfristig fällen muss. Darüber hinaus werden wir natürlich durch das Kultusministerium und das Regierungspräsidium gesteuert, die uns Vorgaben machen und Grenzen bei unseren Entscheidungen setzen. Meine Hoffnung wäre es aber, dass wir im nächsten Schuljahr entsprechend zusätzliche Ressourcen bekommen, mit denen wir möglichst viel auffangen können. Zudem wird ein großer Teil der Verantwortung auch bei den Fachschaften liegen. Diese müssen erkennen, wo die Defizite liegen und gemeinsam entscheiden, welche Maßnahmen den Schülern helfen können.

Wo sehen Sie sich und das OHG in 5 bzw. 10 Jahren? Mit welchen Entwicklungen und Herausforderungen werden Sie in den nächsten Jahren als stellvertretender Schuleiter konfrontiert werden?

D. Laupp: In der nahen Zukunft wird die Schule vor allem viel mehr Geräte bekommen. Wir werden viel mehr mit Tablets arbeiten und unser Unterricht wird sich ein Stück in diese Richtung entwickeln. Vielleicht kann der Bereich der Virtual-Reality den Unterricht spannender machen und die Attraktivität von manchen Unterrichtsfächern steigern. Beispielsweise könnte dies im Fachbereich Geschichte helfen, die Schüler die geschichtlichen Ereignisse „erleben“ zu lassen. Ich glaube, dass diese Entwicklung alle Klassenstufen faszinieren würde. Das Eintauchen in eine fremde Welt oder eine Reise in den eigenen Körper in der Biologie würde den Unterricht abwechslungsreicher, anschaulicher und dadurch attraktiver gestalten. Die verschiedenen Unterrichtsinhalte nicht nur auf dem Papier zu zeichnen und zu konstruieren, sondern selbst zu erleben, hat meiner Meinung nach großes Potential. Was bislang als Spielerei oder zum Teil auch als Zeitverschwendung abgetan wurde, könnte den Lernanreiz wirklich deutlich erhöhen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir in dieser Richtung noch einiges zu sehen bekommen. Es muss doch das Ziel sein, das Lernen attraktiv zu gestalten, denn die autoritären Lernmethoden von früher sind inzwischen überholt.

Außerdem sollten wir in den nächsten Jahren unser besonderes Soko-Profil weiterentwickeln und modernisieren. In Zukunft müssen wir hier auch Themen wie die Möglichkeiten der digitalen Plattformen und die Chancen und Risiken der Sozialen Medien stärker einbinden. Unser Soko-Profil bietet die Chance, sich untereinander auszutauschen, über Probleme zu reden und das soziale Miteinander zu stärken. Wenn wir es schaffen, dieses Profil an die digitalen Möglichkeiten anzupassen und entsprechend zu erweitern, handelt es sich bei unseren Soko-Angeboten um ein sehr interessantes Profil, das unsere Schule stärken und auszeichnen kann.

Möchten Sie abschließend etwas, das Ihnen besonders am Herzen liegt, der Schulgemeinschaft mitgeben?

D. Laupp: Ich glaube, dass es eine Sache gibt, die wir alle gemeinsam haben: Wir freuen uns alle so unglaublich, wenn wir irgendwann wieder gemeinsam in den „ganz normalen Schulalltag“ starten können. Ich hoffe für uns alle, dass wir möglichst bald wieder in den normalen Präsenzunterricht übergehen und uns vielleicht sogar schon bald wieder ohne Mundschutz begegnen können. Ich denke diese Normalität wünschen wir uns alle – sowohl wir Lehrer als auch ihr Schüler.

Drücken wir alle ganz fest die Daumen, dass wir das im nächsten Schuljahr erleben dürfen. Das ist mein größter Wunsch – für uns alle!

Das Interview wurde geführt von Simone Wölfle, J1