Abiball 16 9

Der Festkalender eines Abiturienten sieht ein festes Raster vor. Mit dem Eintritt in die gymnasiale Oberstufe in der elften Klasse sind die Höhepunkte genießerischer Art zunächst eher selten, mit Ausnahme der Studienfahrt. Hat man die Hürde des schriftlichen Abiturs erst einmal genommen, beginnen fröhliche Wochen: Auf das Feiern nach der letzten Prüfung folgen viele Partys, der Abistreich, die Abifeier und mitunter eine Abschlussfahrt – normalerweise. Es ist hinreichend bekannt, dass in diesem Jahr 2020 nichts wie üblich ist und damit alles anders. Das betrifft auch das Abitur. Die diesjährigen schriftlichen Prüfungen wurden verschoben, fanden aber immerhin statt. Nachdem sich die Abiturienten damit abgefunden hatten, dass sie wohl auf ein lange im Voraus freudig erwartetes Element ihres Festkalenders würden verzichten müssen, den Abiball, machten es die seit Juli gültigen Verordnungen möglich, diesen doch stattfinden zu lassen. Die Freude war groß, und gefordert waren Flexibilität und Organisationstalent, was unsere diesjährigen Abiturienten trefflich unter Beweis stellen konnten. Nur dank viel Mühe und Eisatzbereitschaft konnte der Ball tatsächlich am Freitag, den 24. Juli im Bürgerzentrum Maichingen stattfinden. Doch würde es gelingen, trotz „Corona“ einen schönen, würdigen Abschluss der Schulzeit gestalten und verbringen zu können? In ihrer Begrüßungsrede zu Beginn ging Leticia Helfinger auf die widrigen Umstände ein, die einer normalen Vorbereitung im Weg standen und die beispielsweise allen Besuchern das Tragen einer Maske beim Bewegen im Raum auferlegten. Nichtsdestoweniger war die Freude bei allen Anwesenden – Abiturienten, Eltern und Lehrern – erkennbar, den Ball würdig begehen zu können. Die herzlichen Dankesworte von Nina Papazoglou wurden in diesem Geiste ausgesprochen und richteten sich an eben jene drei Gruppen. Die Direktorin Stefanie Bermanseder konnte wie alle anderen das Thema COVID-19 nicht umgehen und wünschte allen Abiturienten, dass sie gemäß ihrem Abimotto „Die goldenen Zwanziger“, die mit Leichtigkeit assoziiert werden, in der Zeit nach dem Abitur möglichst viel von der Unbeschwertheit zurückgewinnen würden, die diese Lebensphase so liebenswert macht. Die Feier konnte ihren erwünschten Gang gehen, indem die Zeugnisse feierlich übergeben wurden; besondere Leistungen wurden hervorgehoben, Preise verlesen, und ganz besonders wurden die drei Abiturienten Maximilian Rahmer, Nele Tacke und Nicole Wölfle gewürdigt, die es geschafft haben, den herausragenden Durchschnitt von 1,0 zu erreichen. Der prägnanten und pointierten Abiturrede von Pia Sieger folgte als Letztes ein von Niklas Lemberg und Nele Tacke moderiertes Unterhaltungsprogramm, bei dem etwa Lehrer bestimmte Vorkommnisse aus den Reihen ihrer Schüler erraten oder gar einen auf Stichworte aufbauenden Rap schreiben und vortragen mussten. Noch einmal die Frage: Würde es gelingen, trotz „Corona“ einen schönen, würdigen Abschluss der Schulzeit gestalten und verbringen zu können? Der Verzicht auf die Beschränkung der Teilnehmerzahl, musikalische Beiträge oder Tanzeinlagen wog gewiss schwer. Gleichwohl durften die Anwesenden einen kurzweiligen Abend verleben, der die wichtigsten, für einen Abiball charakteristischen Programmpunkte enthielt. Da diese fabelhaft umgesetzt wurden, wird den Absolventen des ersten „Corona-Jahrgangs“ ihre Feier als Höhepunkt ihres Abi-Festkalenders hoffentlich in guter Erinnerung bleiben.

Sebastian Barth

 

 

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