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Das Coaching am OHG - Die Coaching-Stunden als Ergänzung und Erweiterung des SOKO-Angebots am OHG
Seit dem Beginn des Schuljahres 2018/2019 wird am OHG das neue Coaching-Projekt in den Klassenstufen
5 und 6 durchgeführt, das von der Beratungslehrerin Frau Mülherr, der Schulsozialarbeiterin Frau Gawlik und Herrn Lerchenmüller ins Leben gerufen wurde. Das Ziel dieses neuen Projekts ist die Unterstützung der Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen 5 und 6 im Schullalltag und bei der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Das Projekt beinhaltet neben individuellen Coachinggesprächen seit Beginn dieses Schuljahres in der Klassenstufe 5 auch Modulangebote im Rahmen eines Kompetenztrainings im Klassenverband, die den bereits seit vielen Jahren bestehenden SOKO-Unterricht des Otto-Hahn-Gymnasiums passend ergänzen, erweitern und entsprechend der Bedürfnisse der Schüler ausbauen. Die im Stundenplan der Fünft- und Sechstklässler verankerten Coachingstunden werden somit entweder im Klassenverband oder in Einzelgesprächen durchgeführt.
Das Kompetenztraining in der Klassengruppe, das an festgelegten Terminen im Schuljahr in der Coachingstunde stattfindet, erfolgt dabei in einer Modulstruktur. Wie organisiere ich mich und meine Woche? Diese Frage ist ein wichtiger Bestandteil des Moduls „Meine Woche und Ich“, das im ersten Halbjahr des Schuljahres 2019/2020 in der 5. Klasse auf dem Plan stand und die Schüler dabei unterstützen sollte, ihre Selbstorganisation zu verbessern. Den eigenen Lerntyp mit Hilfe eines Fragebogens zu bestimmen, um sich von nun an bestmöglich auf Klausuren vorbereiten zu können ist ein weiteres Themengebiet, das in diesem Zeitraum aufgegriffen wurden. „Aus den Coachingstunden nehme ich viel in meinen Schullalltag mit. Beispielsweise wurde mir aufgezeigt, dass ich mir die Hausaufgaben mit Hilfe eines Wochenplans besser einteilen kann und so später nicht alles auf einmal machen muss. Mir wurde klar, dass es wichtig ist, dass ich mir meine Zeit besser einteile, um überflüssigen Schulstress vermeiden zu können“, so ein Schüler aus der Klasse 5b. Die eigene Reflexionsfähigkeit der Schüler, Übernahme von Verantwortung für den eigenen Lernprozess sowie die Entwicklung eigener Lösungen hat in den Coachingstunden besonders hohe Priorität. „Die Schüler sollen lernen, sich selbst zu organisieren und ihr eigenes Verhalten zu reflektieren. Wir bieten dabei die Möglichkeit, Unterstützung im Schulalltag zu erlangen und stehen dabei jederzeit zur Beratung und als Vertrauensperson zur Verfügung“, erzählt die Beratungslehrerin Frau Mülherr von dem Projekt. Gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin Frau Gawlik leitet sie die Trainings in der Klassengruppe. Darüber hinaus bilden auch Interaktionsangebote, Präventions- und Sozialkompetenztrainings ein bedeutendes Fundament für das Coaching, mit dem Ziel, die Schüler und Schülerinnen der Unterstufe bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützten. Die Intention des Coachings ist es, die Schüler auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen zu zeigen, wie sie erfolgreich lernen können. Überdies macht das Coaching sich zur Aufgabe, den Unterstufenschülern alle Personen vorzustellen und bekannt zu machen, die sie in ihrer gesamte Laufbahn am OHG begleiten und unterstützen werden. So sind gegebenenfalls auch Fachlehrer zur sachfachlichen Beratung und das Klassenlehrerteam als weitere Ansprechpartner elementare Bestandteile dieses Programms.
Neben den angeführten Coachingstunden, die im Klassenverband erfolgen, und dem regulären SOKO-Unterricht, bilden die individuellen Coaching-Gespräche die dritte Säule dieses Modells. Hierbei vereinbart das Klassenlehrerteam mit den Schülern und Schülerinnen ihrer Klasse individuelle Einzelgesprächstermine innerhalb der Coachingstunde. Dieses Angebot strebt die individuelle Unterstützung der einzelnen Schüler an. „Die Unterstufe ist in den letzten Jahren immer heterogener geworden. Es ist daher umso wichtiger, auf die einzelnen Bedürfnisse der Schüler einzugehen und sie mit all unseren Möglichkeiten zu unterstützen und ihnen zu helfen“, legt Frau Mülherr ihr Anliegen dar. „Es ist außerdem wichtig, den Schülern zuzuhören, um ihnen auf diesem Wege eine feste Bezugsperson zu bieten. Schüler haben teilweise aus familiären oder finanziellen Gründen nicht die Unterstützung in ihrem Elternhaus, die sie bräuchten. Unser Ziel ist es daher, die Schüler zu ermutigen, zu beraten und zu bestärken. Die individuellen Coaching-Gespräche bilden hierfür den Rahmen.“ Geführt werden diese Einzelgespräche, die in der Regel zwischen 10 und 20 min dauern, von einem Lehrer des Klassenlehrerteams. „Natürlich ist der Erfolg und der Nutzen dieser Gespräche abhängig davon, ob die Schüler diese Gelegenheit nutzen. Ich erachte es aber für sinnvoll und unerlässlich, insbesondere den Unterstufenschülern ein solches Angebot bereitzustellen“, erzählt Frau Mülherr weiter. Auch die Klassenlehrer erachten dieses Projekt als sehr vielversprechend und lohnend.
Auch die Schüler sind begeistert von diesem neuen Projekt. „Ich bin froh, dass ich so viel Unterstützung erhalte und vor allem in den Einzelgesprächen mit einem Klassenlehrer über so vieles reden kann“, erzählt ein Schüler aus der 5. Klasse, der vergangenem Halbjahr am Coaching teilgenommen hat. „Auch wenn ich zuvor ein bisschen aufgeregt war, hat mir das Einzelgespräch gut gefallen, da es mir persönlich sehr weitergeholfen hat“, gibt ein anderer Schüler zu. Einige weitere Fünftklässler geben an, die Einzelgespräche als bestärkend und ermutigend zu empfinden, da sie hier die Möglichkeit haben, im persönlichen Austausch über eigene Probleme und Sorgen zu reden und sich mit dem Lehrer auch über das eigene Verhalten in der Schule auszutauschen.
Frau Mülherr hat bereits Zukunftsvisionen, wie sie das Coaching in den nächsten Jahren vorantreiben möchte: „Ich könnte mir gut vorstellen, das Projekt in den nächsten Jahren zu erweitern und künftig auch in der Klassenstufe 7 anzubieten. Ich erachte es für belangvoll, den Schülern die Möglichkeit zu bieten, auch in den folgenden Jahren mit den Lehrern im Gespräch zu bleiben und weiterhin diese Unterstützung erlangen zu können. Jedoch könnte ich mir auch vorstellen, das Coaching in den folgenden Klassenstufen auf freiwilliger Basis zu konzipieren.“ Nach einer Umfrage wären die meisten Schüler der Unterstufe begeistert von dieser Erweiterung des Projekts. Mehr als 70 % der befragten Unterstufenschüler würden das Coaching in den nächsten Schuljahren gerne weiter belegen und würden sich freuen, wenn das Projekt verlängert werden würde. Ideen und Anregungen, inwiefern das Projekt noch ausgebaut werden könnte, bringen die Schüler bereits mit. Während ein Schüler vorschlägt, dass sich die Coachingstunden auch mit dem Thema Handynutzung beschäftigen, regt ein anderer an, in diesem Rahmen das Thema Mobbing und Prügeleien in der Klasse aufzugreifen. Künftig könnten sich die Coachingstunden außerdem mit der Vermeidung von überflüssigem Stress in der Klausurenphase und dem richtigen Umgang mit schlechten Noten befassen, schlägt ein weiterer Schüler vor.
Dass dieses Projekt aber bereits in diesem Jahr ein voller Erfolg ist, wird durch das überwiegend positive Feedback der teilnehmenden Klassen deutlich. Eine Umfrage, bei der etwa 85% der Schüler angaben, das Coaching den ihnen nachfolgenden Jahrgängen in den Klassenstufen 5 und 6 zu empfehlen, bestätigt darüber hinaus diese Annahme. Dass die Unterstufenschüler in der Umfrage das Coaching in diesem Halbjahr durchschnittlich mit 4 Sternen bewerten, zeigt den Erfolg des Projekts.
Simone Wölfle, 10a

Coaching Säulen

 

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