Landeswettbewerb

Florian Stupp hat beim Landeswettbewerb Jugend debattiert den 2. Platz erreicht! Wir gratulieren ihm zu dieser großartigen Leistung. Nachdem er sich am Freitag, dem 8.4., in zwei Qualifikationsdebatten für das Landesfinale als der beste Schüler qualifziert hat, konnte er auch in der Finaldebatte im Landtag überzeugen. Er erreichte den zweiten Platz. Damit hat Florian sich für den Bundeswettbewerb im Juni in Berlin qualifiziert.

Herzlichen Glückwunsch!

Hier finden Sie ein Interview mit Florian Stupp:

Kannst du auch mal für „Neulinge“ das Konzept von Jugend debattiert erklären?

Bei Jugend debattiert geht es um die sachliche Debatte zu einem Thema und darum, sich mit den verschiedenen Meinungen und Positionen auseinanderzusetzen. Anders als bei Diskussionen im Alltag bekommt man seine Position, Pro oder Contra, zugewiesen, hat Zeit sich auf diese vorzubereiten und vertritt sie anschließend in der Debatte zusammen mit einem Partner. Die Debatte gliedert sich dabei in drei Teile: Die Eröffnungsrunde, in der jeder in 2 Minuten seinen Standpunkt präsentiert und die Grundlage für die Debatte geschaffen wird; die Freie Aussprache, die einen Austausch von Argumenten bildet und die Schlussrunde, in der jeder Debattant noch einmal Bilanz zieht und seinen Standpunkt final bekräftigt.

Das OHG und Jugend debattiert: Wie und wann kommt Jugend debattiert am OHG vor? Wie ist Jugend debattiert am OHG etabliert?

 Zum einen wird Jugend debattiert jährlich in den Deutsch-Unterricht integriert, sodass aus jeder Klasse zwei SchülerInnen am Schulwettbewerb teilnehmen. Zum anderen haben wir eine AG, in der wir uns regelmäßig treffen und gemeinsam das Debattieren im Format von Jugend debattiert trainieren.

Wie bist du denn überhaupt zum Landeswettbewerb gekommen?

Mit meinem Sieg beim Schulwettbewerb Anfang Februar qualifizierte ich mich für den Regionalwettbewerb Stuttgart Süd-West Mitte Februar und der Sieg dort bedeutete die Qualifikation für den Landeswettbewerb.

Mit dem Debattieren im Rahmen von Jugend debattiert habe ich dabei bereits vor 5 Jahren in der 8. Klasse angefangen und seitdem begleitet und begeistert es mich.

Wie geht es dir jetzt nach diesem großen Erfolg?

Ich bin ehrlich gesagt noch ein wenig überwältigt. Die Debatte hat riesigen Spaß gemacht und die Möglichkeit im Plenarsaal des Landtages von Baden-Württemberg debattieren zu dürfen, war einmalig und ein lang gehegter Traum.

Insbesondere die zahlreichen Glückwünsche der Mitdebattanten des Landeswettbewerbs aber auch ehemaliger Mitdebattanten der Vorjahre haben mich sehr gefreut.

Wie bereitest du dich auf einen solchen Wettbewerb vor?

Wir bekommen die zu debattierenden Themen etwa 14 Tage vor dem Wettbewerb, allerdings wissen wir nicht, welche Position, Pro oder Contra, wir in der Debatte vertreten werden. Da die Themen meistens aktuell sind, lese ich zahlreiche Artikel und Studien, um das Thema nachzuvollziehen und ein breites Spektrum an Argumenten sammeln zu können. Dann geht es darum, die Argumente ein wenig zu strukturieren und sich Gedanken zu machen, welche Aspekte am relevantesten für die Debatte sind. Auch gilt es, sich Gedanken zu der Umsetzung zu machen. Bei Jugend debattiert spricht sich die Pro-Seite stets für eine Änderung des Status Quo aus, wie genau diese aussehen soll, muss ebenfalls in der Debatte, primär in der Eröffnungsrunde, geklärt werden. Von daher gilt es auch, die Maßnahme auszuarbeiten, um sie, wenn man Pro vertritt, präsentieren zu können oder als Contra ein Verständnis für die Maßnahme zu entwickeln und Nachfragen an die Maßnahme der Pro-Seite in der Debatte formulieren zu können. Wenn wir unsere Positionen dann meist einen Tag vor dem Wettbewerb erhalten, mache ich mir Gedanken über meine Eröffnungsrede und suche ein Beispiel oder eine Anekdote, um diese zu beginnen.

Das Finale hat dann ja im Landtag stattgefunden. Was war dein Gefühl der Debatte? Wie ging es dir dabei? Was war besonders?

Als ich in der 8. Klasse mit dem Debattieren angefangen habe, war einmal die Fragestellung, an welchem Ort wir gerne einmal debattieren würden, meine Antwort war in einem Parlament bzw. einem Plenarsaal. Dass das nun so funktioniert hat, nachdem die letzten beiden Jahre der Wettbewerb online stattgefunden hat, hat mich sehr gefreut.

Die Debatte zur Fragestellung, ob die Schule zu einem akzeptierten Blick auf den eignen Körper erziehen soll, hat riesigen Spaß gemacht. Das Gefühl vor dem gefüllten Plenarsaal zu stehen und eine Debatte führen zu dürfen war außergewöhnlich. Es war eine anderes Gefühl als beispielsweise in den Qualifikationsrunden, die vor der Jury und ein paar wenigen Zuschauern stattgefunden haben, im Landtag vor einem gefüllten Plenarsaal, in dem auch einige Landespolitiker waren, zu sprechen.

Wie geht es jetzt beim Jugend debattiert Wettbewerb für dich weiter?

Mit dem zweiten Platz beim Landeswettbewerb habe ich mich für den Bundeswettbewerb vom 16. bis zum 19. Juni in Berlin qualifiziert. Dort treffen aus allen 16 deutschen Bundesländer die Landessieger aufeinander. Zur Vorbereitung auf den Wettbewerb findet zudem Mitte Mai ein Trainingsseminar statt, auf das ich mich schon sehr freue.

Über welche Fragestellung hast du in deiner „Jugend debattiert-Karriere“ am liebsten debattiert? Welche war die schwierigste/interessanteste? Über welche würdest du gerne mal debattieren?

Ich finde es immer besonders spannend, wenn die Fragestellungen sehr vielschichtig sind, man sich in der Debatte auf sehr vielen Ebenen bewegt, die von der einfachen Machbarkeit bis hin zu einer Güter- und Werteabwägung reichen. Das waren beispielsweise Themen wie die verpflichtende Organspende oder sehr aktuell die Bundesimpfpflicht.

Besonders interessant sind Debatten über Themen, bei denen der eigene Standpunkt vor der Debatte nicht der in der Debatte zu präsentierenden Position entspricht. Diese Debatten waren immer sehr spannend und interessant und haben stets die Augen für die anderen Positionen geöffnet, die sich ebenfalls sehr fundiert begründen lassen.

Was ist die wertvollste Kompetenz für dich, die du durch Jugend debattiert erlangt hast?

Die Fähigkeit ein kontroverses Thema sachlich und argumentativ vielfältig zu diskutieren. In unserem Alltag bilden wir uns zu zahlreichen Themen aus Politik und Gesellschaft sehr schnell eine Meinung, von der wir so schnell nicht abrücken, ohne uns dabei konkret mit der Gegenseite auseinanderzusetzen, dabei lohnen sich Kontroversen sehr und sind das Fundament einer lebendigen Demokratie, die wir erhalten müssen.

Wirst du auch nach dem Abitur weiter debattieren? Wirst du mit deinen Mitdebattanten noch weiterhin Kontakt halten? Könntest du dir auch vorstellen z.B. als Juror oder als Moderator weiterhin bei Jugend debattiert mitzumachen?

Das Thema Debattieren wird mich weiter begleiten, da bin ich mir sicher. In unserem Alltag debattieren wir ständig und es ist ein Grundsatz unserer Demokratie, ein Alltag ohne kontroverse Debatten wäre langweilig. 

Ich kann mir dabei auch sehr gut vorstellen als Juror oder Moderator bei Jugend debattiert mitzumachen, da ich mich diesem Projekt sehr verbunden fühle und ich durch meine 5 Jahre bei Jugend debattiert, bei denen ich fünfmal am Regionalwettbewerb und viermal beim Landeswettbewerb teilgenommen habe und dreimal im Landesfinale debattieren konnte und jetzt noch durch die Teilnahme am Bundeswettbewerb sehr viel gelernt und erlebt habe.

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