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„Weihnachten mal anders“ – so lautete das Thema unseres ersten Schreibwettbewerbs für die Klassen 5 und 6. Während der Weihnachtsferien trudelten einige schöne, unterhaltsame und auch nachdenklich machende Geschichten ein.

Es fiel uns daher nicht leicht, eine Gewinnerin bzw. einen Gewinner festzulegen. Dennoch entschieden wir uns nach langer Diskussion für Elisabeth Zusmanova aus der Klasse 6c. Ihre „Geschichte von Bob“ ist für eine 6. Klasse sprachlich auf einem sehr hohen Niveau und durch Nebenhandlungen interessant gestaltet.

Herzlichen Glückwunsch, Elisabeth!

Hier finden Sie die Geschichte von Elisabeth:

Die Geschichte von Bob

von Elisabeth Sophie Zusmanova aus der Klasse 6c                       

Eines regnerischen Morgens geht ein 14-jähriges Mädchen namens Ella wie jeden Tag in die Schule. Ihr Schulweg liegt an einem Tierheimgelände. Jeden Morgen, an dem sie dort vorbeikommt, wünscht sie sich, dass sie nicht daran vorbeilaufen müsste, da man jedes Mal lautes Gebelle und Geheule hört.  

Eines Tages entscheidet sich Ella dazu, nach der Schule ins Tierheim zu gehen, da sie wissen möchte, wie es da eigentlich aussieht und ob sie dort aushelfen kann. Als sie vor der Eingangstür vom Tierheimgelände steht, wird ihr erst bewusst, wie riesig das Gelände eigentlich ist. Es stehen viele verschiedene Gebäude auf dem Gelände und zwischen den Häusern ist ein kleiner Innenhof, in dem die Zwinger der Hunde sind.

                                                                                                                                                                 „Also, ich gehe jetzt da rein. Da sind nur ein paar süße Tiere“, murmelt Ella sich selbst zu, als sie vor der grauen Eingangstür steht. Langsam öffnet Ella die quietschende Tür und geht rein. Sie läuft weiter bis zu einem Haus, in dem Licht brennt. Ella geht durch die Eingangstür von diesem Haus und wird freundlich an der Rezeption begrüßt. Sie läuft vor zur Rezeption: „Hallo, ich bin Ella, ich habe sie heute Mittag angerufen und gefragt, ob ich kommen kann.“ „Sie sind Ella Steward, nicht wahr?“, fragt die Mitarbeiterin mit einer netten Stimme. „Ja, ich möchte fragen, ob ich hier aushelfen kann. Ich liebe Tiere und es macht mir viel Spaß, sie zu pflegen“, antwortet Ella. „Wenn es geht, kann ich heute schon anfangen.“ „Ja, das trifft sich gut, unsere Hunde haben heute noch nicht gegessen“, erzählt die Mitarbeiterin: „Wir haben noch ein paar ruhigere Hunde als die, die man vor dem Gelände hört“. „Ja, das hört sich sehr gut an“, antwortet Ella mit einer freudigen Stimme, während sie nervös ihre Füße bewegt. „Folge mir einfach und übrigens, ich heiße Susanne“, sagt die Mitarbeiterin, während sie aufsteht. Susanne nimmt den Gang links von der Rezeption und Ella folgt ihr. Das Mädchen ist sehr nervös, denn sie ist noch nie in einem Tierheim gewesen. Dennoch folgt sie Susanne aufmerksam. In dem Gang sieht Ella links von ihr viele traurige und laute Hunde. Eins der lauten Hunde ist ein großer ausgewachsener schwarzbrauner Schäferhund, er läuft in seinem Zwinger hin und her und immer, wenn er stehen bleibt, gibt er ein lautes Bellen von sich. Auf den ersten Blick sieht er furchterregend aus, aber wenn man ihm in seine Augen guckt, sieht man wie friedlich er eigentlich ist. Ella folgt weiter der Tierpflegerin, bis sie vor einer Tür stehen bleibt.  „Hier ist die Futterkammer, hier liegt das Futter für alle Hunde im Tierheim.“, erklärt Susanne und öffnet die Tür. ,,Nicht erschrecken das ist eine Menge Futter.                                In jedem Futtereimer liegen die beschrifteten Näpfe für die Hunde, du nimmst dir einen Napf und füllst ihn bis zum Rand auf, dann suchst du den Zwinger, auf dem derselbe Name steht wie auf dem Napf und stellst das Futter rein.“ Ella nimmt sich den ersten Napf und schaut sich den Namen an. Auf dem Napf steht groß in schwarz geschrieben ‚Bob‘. Sie füllt den Napf auf und sucht den Zwinger. Während sie sucht, schauen sie viele hungrige Hundeaugen an. Ella findet nach ungefähr fünf Zwingern den von Bob. An seinem Zwinger hängt ein kleines Schild aus Papier, auf dem sein Name steht. Als sie die Tür öffnet, wird sie von einem schwarzweißen Mischling mit hübschen Augen freudig begrüßt. Ella stellt ihm den Napf auf den Boden und sofort stürzt sich Bob auf den Napf und frisst los.                                                                       

Nach einer Stunde hat Ella alle Hunde gefüttert. Sie geht zurück zu der Rezeption und verabschiedet sich für heute. Sie fragt noch nach, ob sie morgen wieder kommen kann, denn morgen kann sie früher kommen, weil am nächsten Samstag ist. Susanne ist sehr froh über ihr Angebot und hat nichts gegen freiwillige Hilfe, sie meint Ella könne morgen mit Bob spazieren gehen, wenn sie mag.

Am nächsten Morgen ist Ella schon um halb acht wach. Sie freut sich schon sehr, Ella zieht sich um und geht frühstücken. Um neun Uhr macht sie sich auf den Weg ins Tierheim.

Als sie ankommt, wird sie schon von Susanne und Bob begrüßt. Die Tierpflegerin hat Bob an der Leine und steht vor der Eingangstür vom Tierheim. Susanne begrüßt Ella mit einem freudigen Winken und sagt ihr, dass Bob noch nicht Gassi war. Ella freut sich sehr mit Bob Gassi gehen zu dürfen. Natürlich kommt Susanne mit. Während des Laufens hat Ella eine Frage an Susanne:  ,,Hey Susanne, ich hätte da mal eine Frage an dich.“ ,,Ja, was gibt’s?“, fragt Susanne. ,,Wie ist eigentlich der Schäferhund ins Tierheim gekommen?“, fragt Ella zögerlich. ,,Meinst du Huutsch? Er ist eigentlich ein ganz lieber Hund, aber die Besitzer mochten ihn nicht, weil sie nicht wussten, wie aufwendig es ist, einen deutschen Schäferhund zu erziehen. Das kommt leider sehr oft bei uns im Tierheim vor.“, erzählt Susanne. ,,Oh, das ist aber sehr schade.“, meinte Ella mit einem traurigen Blick. ,,Ja, leider passiert das viel zu oft bei uns“, erwidert Susanne ruhig. ,,Und wie ist Bob zu euch gekommen?“, fragt Ella vorsichtig nach. ,,Eigentlich hatte er ein schönes Leben, aber die Familie fand ihn zu schwach und nicht mehr süß wegen seines Alters und weil er schon rote Augen hatte“, erklärte Susanne Ella mit einem leicht wütenden Blick. ,,Das ist ja ein richtig doofer Grund, um einen Hund im Tierheim abzusetzen.“, stellt Ella mit einem angewiderten Blick fest. ,,Ja!“, stimmt Susanne Ella zu. Den Rest des Spaziergangs unterhalten sich die Zwei darüber, wie Ella im Tierheim aushelfen kann.

Es sind zwei Wochen rum und Ella hat bisher jeden Tag das Tierheim besucht. Sie versteht sich wirklich gut mit Bob. Sie war gerade im Tierheim angekommen, als sie fremde Menschen trifft, die gerade das Tierheim verlassen. Sie fragt sich, was sie hier wohl gemacht haben. Sie geht rein und fragt nach Susanne. Alle meinen, sie sei bei den Kaninchen. Ella geht sofort zum Kaninchenhaus, wo sie Susanne am Wasserhahn durch ein Fenster entdeckt. Ella geht rein und fragt sich, was Susanne gerade macht. Susanne erzählt, dass eine Familie gerade eine trächtige Kaninchendame abgegeben hat. Sie wussten nicht, dass sie schwanger sei, und wollen keine Kaninchenbabys haben. Susanne ist ein wenig wütend und im Stress, sie musste der Kaninchendame schnell ein neues Gehege bereit machen, damit das Kaninchen nicht allzu lange in der Transportbox sitzen muss. Ella hilft Susanne ein wenig, in dem sie ihr bringt, was nötig ist. Gemeinsam setzen sie die Kaninchendame in ihren neuen Stall.

Ella macht sich nach allem was geschehen ist, auf den Weg nach Hause.

Am nächsten Tag geht Ella wieder ins Tierheim. Als sie wie jeden Morgen Bob füttern möchte, liegt er zu Seite gewandt auf dem Boden in seinem Zwinger. Als Ella ihn erblickt, sucht sie sofort Susanne auf und bringt sie zu Bob. Susanne erschreckt sich, nimmt Bob in den Arm und hebt ihn hoch. Sie bringt ihn in die kleine Tierheimpraxis, um ihn zu untersuchen.

Nach einigen Untersuchungen stellt sich heraus, dass Bob Blasensteine hat. Susanne meint, es könnte sein, dass in seinem Futter zu viel Magnesium oder Kalzium ist. Sie hat Bob geröntgt und meint, dass es bis jetzt noch nicht so schlimm sei. Sie wird jetzt erstmal das Futter für ihn ändern und ihm dann noch ein paar Medikamente geben. Außerdem sagt Susanne, Ella solle sich keine Sorgen machen, bald ginge es Bob schon besser.

Nun sind endlich Weihnachtsferien. Ella kann schon morgens ins Tierheim gehen, um dort zu helfen. Außerdem möchte sie wissen, wie es Bob geht, denn ihm ging es in letzter Zeit nicht so gut, er hatte öfters ein schmerzendes Geheule von sich gegeben. Ella macht sich auf den Weg und ist in zehn Minuten angekommen. Als sie ankommt, sieht sie, dass in der Praxis das Licht leuchtet. Sie geht sofort rein und sieht, wie Bob auf dem Veterinärtisch liegt. Er musste sicherlich leiden, denkt sich Ella. Sie sieht, wie sehr sein Bauch angespannt ist. Sie kann es nicht ertragen, ihn so zu sehen. Schließlich hat Ella ihn schon ihr Herz geschlossen. Als Susanne hereinkommt, fragt Ella sofort, was passiert ist. ,,Es ist so, Ella: Bob hat sich seit mehreren Tagen nicht bewegt und er hatte öfters mal Blut im Urin“, erklärt Susanne mit einem Schlucken. ,,Es ist nun mal so, es ist nicht gut, wenn sich ein Hund seit mehreren Tagen nicht bewegt. Die Blasensteine sind größer geworden. Ich kann ihn nur noch mit einer Operation in der Vollnarkose retten.“ Während Ella das hörte, kamen ihr Tränen hoch. Sie versuchte es zu unterdrücken. Susanne fügte hinzu: ,,Das Problem ist, ich bin mir nicht sicher, ob er aus der Narkose wiederaufwachen wird. Er ist schon sehr alt, aber einen Versuch ist es wert.“ Jetzt kann Ella die Tränen nicht unterdrücken. Sie bricht in Tränen aus und kniet sich zum Kopf von Bob. Sie flüstert zu ihm, wie sehr sie ihn liebt und wie viel er in seinem Leben gekämpft hat. Susanne hatte Recht, einen Versuch ist es wert. Ella wendet sich von Bob ab, schaut Susanne an und fragt mit dumpfer Stimme: ,,Schaffst du sowas auch wirklich?“. Susanne meint: ,,Wenn ich jetzt anfange, könnte er in zwei Tagen wieder gesund sein, allerdings musst du dann jetzt hier raus.“ Ella nickt Susanne zu und geht durch die Tür raus. Sie setzt sich auf die Bank und wartet drauf, dass Susanne fertig wird.

Fünfundvierzig Minuten später kommt Susanne mit einem Lächeln aus der Tür. Sie umarmt Ella und sagt, dass er jetzt nur noch ein wenig Ruhe brauche. Einen Tag vor Weihnachten sollte Bob laut Susanne wieder gesund sein. Das heißt, er wird in zwei Tagen wieder gesund. Allerdings sagt Susanne noch, dass die erste Nacht nach der OP für ihn sehr schwer sein wird. ,,Aber jetzt solltest du heim. Sonst machen sich deine Eltern noch Sorgen“, sagt Susanne zu Ella mit einem tröstenden Blick. Ella hört auf sie und macht sich auf den Weg nach Hause.

Einen Tag später kommt Ella wie immer um neun Uhr ins Tierheim. Diesmal ist sie noch nervöser als an ihrem ersten Tag. Sie zittert an ihrem ganzen Körper und hat Angst, sie hat Angst, dass Bob es nicht geschafft haben könnte. Sie geht in Richtung Zwinger, zu dem von Bob. Als sie mit seinem Futternapf reinkommt, begrüßt er sie freudig, wie als sie ihn das erste Mal gefüttert hat. Er stürzt sich sofort auf seinen Napf und beginnt zu fressen.

Den Rest des Tages verbringt Ella bei Bob. Sie spielen gemeinsam, gehen Gassi und kuscheln ganz viel.

Einen Tag später wacht Ella am Weihnachtsmorgen auf. Sie läuft gerade runter, um zu frühstücken, als ihre Eltern ihr sagen, dass sie sich nach dem Frühstück umziehen und runterkommen solle.

Als sich Ella umgezogen hat, geht sie zu ihren Eltern und meint, sie sei fertig. Ihre Eltern sagen ihr, dass sie ihr gleich die Augen verbinden werden und mit Ella wo hin fahren werden.

Gesagt, getan. Mit verbundenen Augen sitzt Ella im Auto und weiß nicht, wohin es geht. Als ihr Vater sagt, sie seien angekommen, wird sie mit Hilfe von ihrer Mutter aus dem Auto gelotst. Als Ella an der Hand von ihrer Mutter durch irgendeine Tür ging, weiß Ella gar nicht, was hier geschieht. Als dem Mädchen die Augenbinde abgenommen wird, muss sie erstmal mehrmals blinzeln, um zu verstehen, wo sie ist.  Als sie wieder sehen kann, erblickt sie Bob, der von Susanne gehalten wird. Alle sind im Tierheim!

Ihr Lieblingshund Bob hat eine rote Schleife um seinen Hals. Als sie ihn sieht, bricht sie in Freudentränen aus. Sie dreht sich zu ihren Eltern um, guckt sie sie fragend an und fragt: ,,Kommt er wirklich zu uns nach Hause?“. Ihre Eltern nicken und antworten: ,,Alles was er braucht, von Zeckenschutz bis Leine, liegt in unserer Garage.“ Ella ist sehr glücklich. Sie stürzt sich zu Bob und umarmt ihn. Währenddessen fragt sie mit nachdenklichem Gesichtsausdruck: ,,Und was ist mit seinem Spezial-Futter und den Medikamenten?“. Ihre Eltern antworten ihr, dass Susanne ihnen alles erklärt habe, was das angeht.  Während Ella Bob noch fester umarmt, legt er seinen Kopf auf ihre Schulter und schleckt ihre Ohren ab. Sie geht nach hinten zu ihren Eltern und umarmt sie und dann wendet sie sich an Susanne: ,,Wir werden dich besuchen kommen!“. ,,Na, hoffe ich doch mal!“, antwortet Susanne mit einem breiten Grinsen. Ihr Lächeln verbleibt auf ihrem Gesicht, während sie Ella die Leine mit Bob übergibt. Nun geht Ella mit Bob zusammen zu ihren Eltern, umarmte sie und setzt sich mit Bob ins Auto. Bob sitzt vor ihren Füßen. Die ganze Fahrt lang streichelt Ella Bobs Kopf. Als sie zu Hause ankommen, gehen sie noch zur Garage. Da liegt sehr viel Hundezeug: Ein großes Körbchen, eine Leine, ein großer Sack mit dem Futter, einer mit dem Spezialfutter, ein Halsband, ein Geschirr und noch vieles mehr. Sie bringt Bob ins Haus und hilft ihren Eltern beim Aufstellen und Verstauen der Hundesachen.

So hat Bob endlich ein schönes, gemütliches zu Hause gefunden.