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Dachau

Die Jahrgangsstufe 2 besuchte die KZ -Gedenkstätte Dachau

Vor einigen Wochen besuchte die Jahrgangsstufe 2. des Otto-Hahn-Gymnasiums Böblingen die KZ-Gedenkstätte in Dachau. Zur Zeit des Nationalsozialismus stand hier eines der Konzentrationslager, in denen Menschen eingesperrt und zur Arbeit gezwungen wurden.

Am Vormittag begann die Führung über die Anlage. Wie einst die Häftlinge gingen die rund 60 Schülerinnen und Schüler zunächst durch das Eingangstor mit dem berühmten Schriftzug "Arbeit macht frei". Dahinter erstreckt sich ein großer, geschotterter Platz, der Appellplatz. Dort, wo sich nun mehrere Schülergruppen tummeln, mussten vor 70 Jahren die Gefangenen jeden Tag antreten und Aufstellung annehmen. Heute sieht der Platz aus, wie man sich große Plätze in einer Großstadt vorstellt, in zwei Richtungen offen und in zweien durch Gebäude begrenzt, nichts erinnert mehr an die Schrecken von damals, es sieht freundlich aus. Doch auch dies hat einen Grund: Dachau war nicht ein KZ, wie die anderen, es war eine Art Vorzeigelager zu Propagandazwecken. Hier wurden auch internationale Politiker hindurchgeführt und deshalb musste alles einen freundlichen Eindruck erwecken.

Dem Weg der Häftlinge folgend ging die Führung dann in das große Gebäude an der einen Seite des Platzes. Hier gingen die Häftlinge hinein, wenn sie das erste Mal auf das Gelände kamen. Sie mussten ihre Kleidung ablegen, ihre Haare wurden geschnitten und der ganze Körper rasiert. Auch die bisher noch freundliche Atmosphäre scheint in diesen Gängen verloren zu sein. Alles ist eng und eine große Menge an Schülern wälzt sich durch die Korridore, was es ermöglicht sich vorzustellen, wie es damals den Häftlingen ergangen sein muss.

Nachdem auch die Anmeldestellen für die Gefangenen passiert waren ,ging es in den ehemaligen Zellenblock, einem sehr langer Korridor mit an beiden Seiten angelegten Zellen. Die Führung geht in eine ganz besondere Zelle. Hier war Georg Elser inhaftiert, der wohl bekannteste Häftling des KZ-Dachau. Er war wegen eines nur knapp missglückten Attentatsversuches auf Adolf Hitler gefangen genommen worden und wurde dann kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges in Dachau hingerichtet. Im Zellenbereich konnten sich die Schüler anschließend noch eine Weile umsehen um festzustellen, dass manche der Zellen mit Heizungen ausgestattet waren. Dieser Luxus wurde den Gefangenen allerdings nie zuteil, da diese erst später von amerikanischen Soldaten eingebaut worden waren um das KZ als Notunterkunft verwenden zu können.

Von den Zellen ging es dann in die Schlafbaracken. Dort waren die meisten Gefangenen untergebracht und auch hier wirkt alles erst einmal wieder freundlich. Einige der Schüler verglichen die Einrichtung der Räume mit der einer Jugendherberge und auch dies war eine propagandistische Maßnahme gewesen, um der Öffentlichkeit den Schein einer gerechten Gefangenschaft vorspielen zu können. Doch auch die Ordnung diente in Dachau zur Unterdrückung der Gefangenen. Wer es nicht schaffte, sein Bett morgens exakt herzurichten, wurde bestraft. Dasselbe galt auch für die Schränke der Gefangenen. Die hochmoderne Küche produzierte in diesen Tagen nur sehr schlechtes Essen.

Von diesen Baracken aus begann jeden Morgen der Tag der Häftlinge. Nachdem sie auf dem Appellplatz angetreten waren, wurden sie zu ihren Arbeitsplätzen gebracht. Dort wurden sie systematisch ausgebeutet bis sie vor Erschöpfung starben. Der Slogan "Arbeit macht frei" kann also als sehr morbider Sarkasmus des NS-Regimes aufgefasst werden. Die Menschen hier wurden nur noch als minderwertige Arbeitssklaven betrachtet, die nur so lange etwas wert waren, wie sie arbeiten konnten. Sie arbeiteten in der ganzen Region in den unterschiedlichsten Betrieben als billige Arbeitskräfte.

Die letzte Station der Führung war dann das Krematorium. Hier wurde einem erst wirklich klar, was in Dachau alles passiert war. Die toten Gefangenen wurden hier auf möglichst effiziente Weise verbrannt. Vor dem Krematorium war 1943 auch eine Gaskammer errichtet worden, es ist jedoch nicht sicher ,ob diese je genutzt wurde. Nachdem die Schüler die, Brausebad genannte, Gaskammer und die Verbrennungsöfen gesehen hatten, herrschte bedächtiges Schweigen und alle stellten sich die Frage, die am Anfang der Führung aufgekommen war: "Was sollte dieser Unsinn eigentlich?"

Sebastian Manstetten (J2)

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