claim

Seminarkurs besucht EU in Brüssel

P1390219

Zum ersten Mal in der Geschichte des OHGs machten sich die Schüler/innen des Seminarkurses auf ihren Weg in eine der EU - Hauptstädte, nämlich Brüssel, um dort interessante Informationen zu ihrem Oberthema „Europa“ zu sammeln.

Gemeinsam mit Herrn Schenk, Herrn Lerchenmüller und Ina Rubbert (einer Mitarbeiterin des Europa Zentrums in Baden-Württemberg) ging es am Morgen des 6. Novembers für 23 Schüler/innen des Otto-Hahn-Gymnasiums los. Nach vier Stunden erreichten wir Schengen und besuchten dort das Schengener Museum. Dort erfuhr man viel über die Ursache für diesen Vertrag, die Umsetzung, aber auch die Schwierigkeiten und Probleme, die eine so enge Zusammenarbeit mit sich bringt. Nach weiteren dreieinhalb Stunden erreichten wir die Jugendherberge und besichtigten nach dem gemeinsamen Abendessen in Kleingruppen das Stadtzentrum.

Der nächste Tag begann mit einem Vortrag von Ulrike Conrad, einer Vertreterin des Kultusministeriums Baden-Württembergs, über „Die Bildungspolitik der EU“. Außerdem berichtete sie von ihren Aufgaben und ihrem Tagesablauf. Anschließend wurden das Parlamentarium und das Haus der europäischen Geschichte besucht, beides Museen zur Entstehung der EU. Sie sind chronologisch angeordnet, wobei sich das Erste über ein Stockwerk erstreckt, das Zweite jedoch über fünf Etagen mit unterschiedlichen Themenbereichen. Beide Museen können mithilfe eines Audio Guides in jeder der 24 Amtssprachen der Europäischen Union erkundet werden. Es sind damit die idealen Orte für Besucher jeglichen Alters, um die europäische Politik zu entdecken.

Am nächsten Tag besuchte man die Europäische Kommission, die Exekutivbehörde der EU. Sie vertritt die Interessen der Mitgliedsstaaten. Dort hielt die Generaldirektorin der Kommunikation, Andrea Hildwein-Scheele, zwei Vorträge über „Die politische Exekutive“ und die „Außen- und Sicherheitspolitik Europas“. Die eigentlichen Ziele der EU, den Frieden zu halten, den Wohlstand zu gewähren und die Werte - Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit, Achtung der Menschenwürde und die Wahrung der Menschenrechte – einzuhalten, verfolgt die Kommission kontinuierlich. Sie erzählte von Ihren Aufgaben und den Prinzipien, Aufgabenbereichen sowie den Errungenschaften der Kommission, zum Beispiel Frontex. Dies ist der gemeinsame Grenz- und Küstenschutz der europäischen Union.

Der Nachmittag war komplett dem Thema „Brexit“ gewidmet. Als erstes fand eine Diskussion mit Laura Ranahan statt, der Assistentin des schottischen Abgeordneten David Martin. Bereits vor dem Referendum war sie schon für den Verbleib Großbritanniens in der EU und hat auch aktiv dagegen gekämpft. Schottland war für den Verbleib in der EU. Ein Grund für dieses Wahlergebnis könnte die Unterbevölkerung sein, es ist auf Migration, beispielsweise aus der EU, angewiesen. Ob Schottland jedoch die benötigte Zustimmung vom Westminster für ein Referendum zum Austritt aus Großbritannien bekommt, ist fraglich. Gründe für eine Zustimmung Englands hingegen könnten Desinteresse, die Präsenz der Nachteile der EU, zum Beispiel dass England ein „Nettozahler“ ist, sein. Aber auch der Einfluss der Medien und eine mögliche Enttäuschung über die „Labour Party“ könnten eine Rolle gespielt haben. Laura Ranahan sieht den Brexit sehr kritisch und plant schon eine Alternative, da sie sich mit einem Jobwechsel konfrontiert sehen wird.

Als letzte Station war ein Gespräch mit Fr. Dr. Inge Gräßle, der Landesvorsitzenden der Frauenunion, geplant. Sie ist Mitglied des Europäischen Parlaments, in der CDU und folglich in der EVP-Fraktion des Europäischen Parlaments. Das Hauptthema war ursprünglich „Der Brexit und seine Folgen“, es wurde jedoch mehr eine offene Fragerunde daraus. In ihrer Begrüßung gab sie drei wichtige Punkte mit auf den Weg:

  1. Internationalität ist ein Gewinn.
  2. Man soll die europäischen Nachbarn und ihre Sprachen entdecken.
  3. Frauen sollen sich mehr in der Politik engagieren.

Danach wurden Fragen zum Beitritt der Türkei in die EU beziehungsweise den notwendigen Kriterien gestellt,wie beispielsweise die Umsetzung der Menschenrechte. Auch der Vorwurf, dass Erdogan mit dem EU Beitritt die EU militärisch entmachten möchte, um einen totalitären und islamischen Staat aufzubauen, wurde besprochen.

Im Moment sind viele für einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen. Damit würde man jedoch den politischen Einfluss auf die Türkei verlieren, der mit Blick auf ihre Probleme, zum Beispiel die Verfolgung von Minderheiten, nötig ist.

Anschließend erkundeten wir die noch fehlenden Bereiche der Stadt, bevor es am nächsten Tag wieder mit dem Bus nach Hause ging.

Am Abend des 09.Novembers gegen 19 Uhr kamen alle wohlbehalten am OHG an.

Am meisten hat sich bei den Schülern folgende Botschaft eingeprägt: „EU-Politik ist die Sache jedes Einzelnen. Auch normale Bürger können etwas ändern und sind genau die Leute, die in diese Politik sollten.“ Insgesamt war es eine sehr gelungene Exkursion, auf der die Schüler/innen neben wichtigen Informationen für ihre Seminararbeit auch Allgemeines und Wissenswertes über die EU erfuhren.

Gina Runge, Presse-AG/J1


Anmelden

Einloggen

Username *
Password *
an mich erinnern

Aktuelle Termine

GLK
Mittwoch, 20. Dezember 2017
Letzter Schultag vor den Weihnachtsferien
Donnerstag, 21. Dezember 2017

Termine Schuljahr 2017/18

Unser Leitbild

ankerGemeinschaft ist unsere Stärke.

Jeder ist uns wichtig.

Wir lernen für das Leben.
Das komplette Leitbild lesen Sie hier.